Kategorie Archiv: Kolumne

Liebe Leser,

Liebe Leserinnen und Leser, das hier ist nun die neunte Kolumne. Ich sitze hier alleine vor meinem PC und frage mich, nicht zum ersten Mal, wem ich hier eigentlich schreibe. Wahrscheinlich ist das sehr ungewöhnlich, aber meine Themen sind ja auch ungewöhnlich und ich bin sicherlich auch ein ungewöhnlicher Geist. Naja, zumindest sind es keine

Ohne Worte

Sitze am See. Urlaub. Allein. Kopf frei, entspannt und ruhig. Sehr ruhig. Der Tag neigt sich bald dem Ende zu. Sitze im Schneidersitz, direkt am Wasser. Meine Trommel liegt in meinem Schoss. Ich warte auf den richtigen Moment. Auf das besondere Gefühl. Wasser, Erde, Sonne, Holz, Stein umgeben mich. Allein und doch nicht allein. Mein

Die unsichtbare Würde

Heute ist noch einer dieser Tage, an dem sich alles falsch anfühlt. Morgens in der Arbeit blicke ich in stumme, lustlose Gesichter und keine Antwort folgt auf meinen Guten-Morgen-Gruß. Personalmangel heißt Prioritäten setzen und das schon seit über einer Woche. Jedem ist klar, dass an solchen Tagen keine Zeit für lange Gespräche mit den Patienten

Spiele, und ich weiß wer du bist

„Heute ist Zeit für Herzensangelegenheiten“, denke ich, während ich Leila – meine Trommel – von der Wand nehme. Die sogenannten Eisheiligen sind vorüber und die Sonne wirft ein anmutiges, wärmendes Licht auf unsere Erde. Ich treffe mich gleich mit Freunden an einer besonders interessanten Waldlichtung, an der wir gerne picknicken und ausgiebig trommeln. Es ist

Die stille Trommel

Meine Trommel war mehrere Wochen still. Nicht das ich sie nicht gebraucht hätte, aber irgendwie, ich kann es nicht genau sagen, fehlte mir der Drang, so, als wenn man hinlangen möchte und dann irgendwie spürt, fühlt, dass man nicht soll, oder vielmehr, nicht darf, man die Finger wieder einzieht, ganz von selbst. Ein merkwürdiges Gefühl,

Finden

Ich höre den Herzschlag von Mutter Erde, er dringt ganz tief in mich ein. Es fühlt sich an, als ginge jede meiner Zellen in Resonanz mit dem tiefen und angenehmen Ton meiner anmutigen Handtrommel. Mein Herzschlag gleicht sich an. Tangtong, tangtong immer weiter tangtong… Ich bin im Wald, es ist noch kühl, aber Mutter Natur

Tim

Tim steht vor meiner Tür, er war über ein Jahr in Amerika, seither hatte ich nichts mehr von ihm gehört. Er hatte sich mit seinem Vater zerstritten und ist dann in die USA ausgewandert. Wir waren ein Paar. Ich habe ihn, anders als sein Vater, nicht als mein Eigentum angesehen und zugelassen, dass er dem

Im Fluss der Trommel

Ein weiterer Tag in der Klinik, ich bin Krankenschwester, ich sollte also professionell genug sein, das Erlebte in diesem kalten Haus zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen. Professionell genug! Verdammt. Sprüche fallen mir ein, „was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker“, „das ist der Lauf der Dinge“, vielleicht sollte ich eine